Die Küche und die E-Mobilität haben neuerdings etwas gemeinsam: Natrium – oder, einfacher gesagt, Salz. CATL, der weltweit grösste Batteriehersteller, hat bekanntgegeben, dass seine Natrium-Batterie als erste den chinesischen nationalen Sicherheitsstandard für Elektrofahrzeuge (GB 38031-2025) erfüllt.
Die Batterie mit dem Handelsnamen Naxtra hat die strengsten Sicherheitstests in China bestanden und soll eine günstigere Alternative zu Lithium sein. Das offizielle Zertifikat, vergeben durch CATARC (China Automotive Technology and Research Centre), ebnet den Weg für die Massenproduktion dieser Batterien.
Verbesserte Batteriesicherheit nach GB 38031-2025
Die neue chinesische Regelung, die im Juli 2026 in Kraft tritt, gilt im Bereich Sicherheit als eine der härtesten: Sie setzt strenge Vorgaben unter anderem für thermische Ausbreitung, Unterbodenaufprall sowie für Schnellladezyklen.
Aus chinesischer Sicht geht es darum, das Brandrisiko "an der Quelle" zu eliminieren – ein Thema, das Hersteller von Elektroautos weltweit weiterhin beschäftigt.
Zur Erinnerung: Das zentrale Problem vieler heutiger Batterien ist der Einsatz von Lithium. In Kontakt mit der Atmosphäre kann es eine chemische Reaktion auslösen, die sehr hohe Temperaturen verursacht und Brände erzeugt, die schwierig zu löschen sind.
CATL Naxtra: Die Versprechen von Natrium
Die Vorteile beschränken sich nicht auf die Sicherheit. Diese Batterien verringern die Abhängigkeit von Lithium, sind günstiger herzustellen und behalten bei -40 °C noch 90% der nutzbaren Kapazität. Damit adressieren sie eines der grössten Probleme von Elektrofahrzeugen in kalten Regionen.
Mit einer Energiedichte von 175 Wh/kg liegen sie auf dem Niveau bekannter Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP). Zudem stellen sie 500 km Reichweite, schnelles Laden und eine Lebensdauer in Aussicht, die mehr als 10'000 Zyklen erreichen kann.
Für alle, die Süsses lieber haben als Salziges
CATL hat bereits konkrete Pläne: Der Start erfolgt in Modellen mit Choco-swap, dem System der Marke für den schnellen Batteriewechsel (auf Deutsch: "Schoggi-Tausch").
Allein im August wurden 105 neue Stationen eröffnet und weitere 103 aktiviert. Damit steigt die Gesamtzahl der Batteriewechselpunkte auf 512 in 34 chinesischen Städten. Das Ziel: bis Ende 2025 auf 1000 Stationen zu kommen.
Ein Gewürz, das das Rezept verändern könnte
Indem CATL Natrium als Rohstoff für die nächste Batteriegeneration positioniert, setzt das Unternehmen den ersten Schritt in einem Rennen, das die globale E-Mobilität neu definieren könnte. Wenn sich das Versprechen bewahrheitet, hängt die Zukunft der Elektroautos weniger von Lithium und mehr von Salz ab.
Die unmittelbare Folge liegt auf der Hand: Mit günstigeren "Zutaten" wird die Produktion eines Elektroautos erschwinglicher. Denn die Batterie ist nach wie vor das teuerste Teil im Puzzle der Herstellung eines 100% elektrischen Fahrzeugs. Ob dies das fehlende Gewürz sein wird, um die Preise dieser Technologie spürbar zu senken?
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