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NASA Artemis: Wasserstofflecks verschieben den Space Launch System-Start bis mindestens 6. März

Mann beobachtet Raketenstartvorbereitung durch Fenster mit Countdown auf Tablet im Kontrollraum.

CAPE CANAVERAL, Florida (AP) – NASAs lang erwarteter bemannter Mondflug ist vorerst gestoppt und verschiebt sich wegen Wasserstoff-Lecks, die die Generalprobe der riesigen neuen Rakete beeinträchtigten, bis mindestens in den März.

Bis zu den frustrierenden Leckagen hatte die Raumfahrtbehörde noch gehofft, bereits an diesem Wochenende die erste Reise von Menschen zum Mond seit mehr als einem halben Jahrhundert zu starten.

„Eigentlich hat uns das dieses Mal auf dem falschen Fuss erwischt“, sagte NASAs John Honeycutt am Dienstag – nur wenige Stunden nachdem der Test am Kennedy Space Center abrupt abgebrochen worden war.

Wasserstoff-Lecks bremsen die Artemis-Mission von NASA

Das Problem ist nicht neu: Es ist derselbe Schwachpunkt, der das Debüt der Space-Launch-System-Rakete schon vor drei Jahren verzögerte. Damals blieb der erste Testflug über Monate am Boden, weil Wasserstoff austrat – ein Treibstoff, der extrem leicht entzündlich und entsprechend gefährlich ist.

„Wenn man mit Wasserstoff arbeitet, hat man es mit einem kleinen Molekül zu tun. Es ist sehr energiereich, und genau deshalb mögen wir es – und wir geben unser Bestes“, erklärte Honeycutt.

Laut Verantwortlichen ermöglicht die rund einmonatige Verschiebung dem Startteam, vor einer endgültigen Zusage für die vier Astronautinnen und Astronauten – drei aus den USA und eine Person aus Kanada – einen weiteren Betankungstest durchzuführen, bevor es zum Mondvorbeiflug geht. Wann die Countdown-Generalprobe wiederholt werden kann, ist jedoch noch offen.

Was bei der Betankung und im Countdown passierte

Die Lecks traten bereits früh am Montag während des Befüllvorgangs auf und meldeten sich Stunden später erneut. Am Ende stoppte das die Countdown-Uhren bei der Fünf-Minuten-Marke. Die Startkontrolle hatte eigentlich bis auf eine halbe Minute herunterzählen wollen, doch die entweichende Wasserstoffmenge lag über den Sicherheitsgrenzwerten.

NASA unterbrach den Zufluss von flüssigem Wasserstoff mehrfach. Der Treibstoff hatte minus 423 °F (minus 253 °C). Damit wollte man den Bereich zwischen Rakete und Treibstoffleitungen erwärmen und – so die Hoffnung – lockere Dichtungen wieder korrekt anliegen lassen. Der Versuch blieb erfolglos.

Auch eine Änderung der Wasserstoff-Durchflussrate brachte keine Lösung. Genau solche Anpassungen hatten allerdings bei der ersten SLS-Rakete schliesslich geholfen, 2022 ohne Besatzung doch noch abzuheben.

Managerinnen und Manager sagten, mögliche Arbeiten an verformten oder beschädigten Dichtungen oder anderen Komponenten liessen sich voraussichtlich direkt an der Startrampe erledigen. Eine Rückkehr ins Fahrzeugmontagegebäude würde die Verzögerung nach ihrer Einschätzung eher noch verlängern.

Nächster Starttermin, Crew-Quarantäne und Bedingungen vor Ort

Der Start ist nun frühestens am 6. März möglich. Damit bekamen Kommandant Reid Wiseman und sein Team grünes Licht, die Quarantäne in Houston zu beenden. Zwei Wochen vor dem nächsten Startversuch sollen sie wieder in die Isolation zurückkehren.

Wiseman schrieb auf der Plattform X, er sei stolz darauf, wie die Generalprobe gelaufen sei, „vor allem wenn man weiss, wie herausfordernd das Szenario für unser Startteam war, das diese gefährliche und unerbittliche Arbeit erledigen muss“.

Die aussergewöhnliche Kälte am Startort habe weder zu den Wasserstoff-Lecks noch zu anderen Schwierigkeiten beigetragen, betonten Verantwortliche. Heizsysteme hielten die Orion-Kapsel oben auf der 322 Fuss (98 Meter) hohen Rakete warm, während kontinuierliches Spülen die Rakete sowie die Bodensysteme schützte.

Amit Kshatriya, stellvertretender Administrator der NASA, unterstrich, das Space Launch System sei „ein experimentelles Fahrzeug“, aus dem man weiterhin lernen müsse. Dass zwischen Betankungstests und Flügen Jahre liegen, mache die Sache nicht einfacher, ergänzte er.

„Ich werde einfach wieder daran erinnert: Fast vier Tage und 40 Jahre nach Challenger sollte niemand, der auf einem dieser Stühle sitzt, eines dieser Fahrzeuge als operativ bezeichnen“, sagte Kshatriya an einer Medienkonferenz.

NASA hat pro Monat nur wenige Tage, um die Crew um den Mond zu schicken – es wäre das erste Mal seit 1972, dass Astronautinnen und Astronauten dorthin fliegen.

Bei der knapp 10-tägigen Mission ist weder eine Mondlandung geplant noch ein Eintritt in eine Mondumlaufbahn. Stattdessen soll der Flug Lebenserhaltung und andere zentrale Systeme der Kapsel prüfen – als Vorbereitung auf eine Mondlandung durch andere Astronautinnen und Astronauten in einigen Jahren.

Während des Apollo-Programms in den 1960er- und 1970er-Jahren schickte NASA 24 Astronautinnen und Astronauten zum Mond. Mit dem neuen Artemis-Programm will man Neuland betreten – die südpolare Region des Mondes – und die Besatzungen deutlich länger auf der Mondoberfläche halten.

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