Die nächste Generation des Mazda MX-5 will der Formel treu bleiben, die ihn zu einem der weltweit beliebtesten Roadster gemacht hat: kompakt, leicht und mit einem frei saugenden Motor in Kombination mit einem Handschaltgetriebe.
Klingt nach durchwegs guten Nachrichten, oder? Nicht ganz. Für Puristen ist das erfreulich, aber in Portugal gibt es Grund zur Sorge – und zwar nicht wegen der Emissionen, sondern wegen der Besteuerung.
Denn alles deutet darauf hin, dass der neue Mazda MX-5 der Generation NE – als Ablösung für die 2015 eingeführte ND-Generation – mit einem «Mega-Motor» kommt: der grössten Hubraumvariante, die dieses Modell je hatte.
Downsizing? Die Mazda-Ingenieure würden darüber nur lachen…
Während viele Hersteller mit unterschiedlichem Enthusiasmus auf Elektrifizierung umstellen und Verbrenner häufig nur noch mit Turbolader, elektrischer Unterstützung oder einem ganzen Sensor-Netzwerk zur Leistungssteuerung überleben, rudert Mazda erneut gegen den Strom.
Ryuichi Umeshita, der technische Direktor des Herstellers, hat bestätigt, dass der nächste MX-5 ohne Turbo auskommen wird und stattdessen einen neuen frei saugenden 2,5-Liter-Motor erhält. Sein Name: Skyactiv-Z – hier sind die ersten Details zu diesem Aggregat.
Laut Umeshita wird „die Leistung sehr gut sein und auch der Kraftstoffverbrauch“. Dahinter steckt ein neuer Lambda-Verbrennungsprozess (λ), der so abgestimmt ist, dass der Verbrauch im Rahmen bleibt und die künftigen Euro-7-Vorgaben erfüllt werden.
Ein Motor, der unkomplizierte Performance bei tiefem Verbrauch verspricht – ausser in Portugal. Darauf kommen wir gleich zurück, doch zuvor muss noch ein weiterer wichtiger Punkt erklärt werden.
Leicht, leicht, leicht
Mehr Hubraum, aber weiterhin wenig Gewicht: Das ist eines der klaren Ziele von Masashi Nakayama, dem General Manager der Mazda-Designabteilung. Der japanische Hersteller will, dass der Roadster weiterhin unter 4 Metern Länge bleibt und ungefähr 1 Tonne wiegt.
Auch die kommende Generation soll diese Leitlinien beibehalten. Das heisst allerdings ebenfalls: Im Innenraum bleibt es eng. Im Fokus stehen weiterhin Leichtbau und Agilität – nicht maximale Wohnlichkeit. Damit können wir leben.
Portugal, das Land, in dem Hubraum mehr kostet als zu verschmutzen
In Portugal gibt es ein grundsätzliches Problem: Die dortige Automobilbesteuerung bevorzugt weiterhin überholte Kriterien – so zahlt beispielsweise der ökologischste Renault Clio, der in Portugal erhältlich ist, 10-mal mehr Steuer als die Benzinversion.
Der Grund ist der Hubraum. Deshalb kann sich der neue MX-5 in anderen Märkten womöglich weiterhin konkurrenzfähig positionieren – in Portugal würden ihn die 2,5 Liter jedoch zu einem (noch) stärkeren Nischenauto machen.
Genau dieselbe Steuerlogik hat bereits den Toyota GR86 getroffen, das günstigste Modell von Gazoo Racing. In Portugal lag sein Preis auf dem Niveau des GR Yaris, nur weil er mit 2,4 Litern deutlich höher besteuert wurde als der 1,6-Liter-Dreizylinder. Das Ergebnis war eindeutig: Der GR86 hatte bei uns eine sehr zurückhaltende kommerzielle Laufbahn.
Die portugiesische Hoffnung
Mazda gibt an, eine rein elektrische MX-5-Variante zu prüfen – doch das Gewicht bleibt eine beinahe unüberwindbare Hürde. Ausserdem ist ein Elektroantrieb nicht unbedingt das, was die meisten Käufer bei einem Auto dieser Art suchen.
Es gibt noch eine dritte Option. Eine Mild-Hybrid-Version des Mazda MX-5 ist nicht ausgeschlossen: mit kleinerem Motor und Unterstützung durch ein elektrisches System. Alles, was darüber hinausgeht, wirkt zum jetzigen Zeitpunkt jedoch wenig wahrscheinlich. Die Marke will den Miata leicht, simpel und sich selbst treu halten.
Dauert es noch lange?
Nach Angaben von Mazda wird das erste Modell mit dem neuen Skyactiv-Z erst 2027 erscheinen – unter der Haube eines SUV, sehr wahrscheinlich als Nachfolger des CX-5. Der MX-5 dürfte kurz danach folgen; das bedeutet, dass die aktuelle Generation ND3 noch einige Jahre auf den Strassen bleiben wird.
Bis dahin bleibt nur: abwarten. Und hoffen, dass Portugal nicht noch eine weitere Auto-Ikone in einen steuerlich untragbaren Luxus verwandelt. Das Auto, das die Roadster demokratisiert hat, könnte sonst nochmals deutlich teurer werden.
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