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PureTech 1.0 und 1.2 von Stellantis: Überblick zu Problemen 2014–2022, Rückruf und Garantie

Blaues Elektroauto mit geöffneter Haube, modernes Design, in hellem Ausstellungsraum neben technischen Zeichnungen.

Millionenfach verkauft, in Dutzenden Modellreihen verbaut und für viele Fahrerinnen und Fahrer in Portugal Alltag: Die PureTech-1.0- und 1.2-Benzinmotoren von Stellantis gelten als sparsam, effizient und weit verbreitet. Was jedoch nicht allen bekannt ist: Diese Aggregate haben auch eine heikle technische Vorgeschichte – vor allem bei Motoren, die zwischen 2014 und 2022 produziert wurden.

Betroffene PureTech-Motoren (April 2014 bis Juni 2022)

Die bekannten Schwachstellen betreffen insbesondere die Motoren EB2DT und EB2ADTS (interne Codes für die PureTech 1.2 Turbo) sowie einige EB0 (1.0 Saugmotoren). Laut Stellantis sind vor allem Einheiten aus dem Zeitraum April 2014 bis Juni 2022 relevant.

Stellantis hält fest, dass Motoren, die nach diesem Zeitraum gefertigt wurden, bereits konstruktive Verbesserungen enthalten, welche die gemeldeten Schwachstellen beseitigen – diese späteren Motoren seien entsprechend nicht betroffen.

Betroffene Modelle und Abgrenzung innerhalb des Stellantis-Portfolios

In der folgenden Tabelle sind alle Stellantis-Modelle zusammengestellt, die zwischen April 2014 und Juni 2022 potenziell von einer Rückrufaktion (recall) oder einer Garantieverlängerung erfasst sein können.

Weitere Modelle nutzen zwar ebenfalls PureTech-Benzinmotoren – etwa der Jeep Avenger oder der FIAT 600 –, werden hier aber nicht dazugezählt, da sie bereits die überarbeitete Motorversion (nach Juni 2022) verwenden.

Für 2023 brachte Stellantis zudem eine Hybrid-Variante, die eine weitere PureTech-Weiterentwicklung einführte: Statt Zahnriemen kommt dort eine Steuerkette zum Einsatz. Weitere Details dazu sind angekündigt.

Worum geht es?

Seit mehreren Jahren häufen sich Berichte über ungewöhnlich hohen Ölverbrauch und über vorzeitige Schäden am Zahnriemen. Kritisch ist dabei, dass dieser Riemen im Ölbad läuft – anders als klassische, trocken laufende Riemen. Dadurch kann er unbemerkt stärker abbauen und Partikel freisetzen, die die Schmierölkanäle zusetzen. In gravierenden Fällen kann es sogar zum Totalausfall des Motors kommen.

Angesichts der Anzahl der Fälle reagierte Stellantis mit zwei Massnahmen:

  • Garantieverlängerung auf 10 Jahre oder 175 000 km, für Kundinnen und Kunden, die den Wartungsplan strikt eingehalten haben
  • Rückwirkende Entschädigungen für Reparaturen zwischen 2022 und 2024, sofern die Arbeiten in autorisierten Werkstätten ausgeführt wurden und die Vorgaben des Herstellers eingehalten wurden

Dafür gibt es auch eine offizielle online-Plattform: stellantis-support.com. Dort können Betroffene ihre Fälle inklusive Unterlagen und vorheriger Registrierung einreichen.

Problem lässt sich beheben

Auch wenn der Ärger vieler Besitzerinnen und Besitzer nachvollziehbar ist, gilt: Nicht jeder Motor entwickelt zwingend einen Defekt. Werden die Aggregate überwacht, korrekt gewartet und der Zahnriemen in den richtigen Intervallen gewechselt (mittlerweile vorgezogen auf 60 000 km), bleiben PureTech-Motoren grundsätzlich effiziente Antriebe.

Unabhängig davon kündigte Stellantis an, die Entschädigungsregelung auf europäische Kundinnen und Kunden auszuweiten, die von PureTech-Problemen betroffen waren. Eingeschlossen sind die 1.0- und 1.2-Motoren der früheren Generation, ebenfalls bekannt als EB. Diese Erweiterung ergänzt das im März 2024 eingeführte Programm der verlängerten Garantie.

Entscheidend ist, dass Reparaturen strikt nach den empfohlenen Verfahren erfolgen. Beim Zahnriemenwechsel kommt es beispielsweise auf den richtigen Öltyp und eine sehr sorgfältige Reinigung der Kreisläufe an – andernfalls kann das Problem erneut auftreten.


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