Nissan steht kurz davor, eine neue Technologie einzuführen, die die Vormachtstellung von Marken wie Toyota, Hyundai und sogar der Partnerin Renault im Bereich der Hybridmotoren ins Wanken bringen könnte. Im Mittelpunkt steht ein neuer Dreizylinder, der intern den Namen ZR15DDTe trägt.
Dieses Aggregat bildet das Herzstück der dritten Generation der e-Power-Technologie. Premiere feiert sie im Nissan Qashqai 2026, der in Portugal voraussichtlich im letzten Quartal des Jahres auf den Markt kommen soll.
Nur drei Zylinder – aber eine grosse Aufgabe: Mit dieser Entwicklung soll Nissan helfen, die aktuell spürbare Krise innerhalb der japanischen Marke zu bremsen. Gegenüber der Konkurrenz hat Nissan an Boden verloren und braucht einen starken Hebel, um den Trend zu drehen.
Technisch handelt es sich um einen 1,5‑Liter-Turbomotor, der ausschliesslich als Generator im bekannten e-Power-Hybridsystem von Nissan vorgesehen ist.
Erste Kennzahlen des Nissan ZR15DDTe sind vielversprechend
Laut Herstellerangaben erreicht der neue Motor eine thermische Effizienz von 42%. Damit würde er die von Toyota und Hyundai genannten 41% übertreffen, die diese für ihre Benzinmotoren angeben, welche ebenfalls Bestandteil von Hybridsystemen sind.
Ein wichtiger Beitrag zur Effizienz liegt in einem neuartigen Fertigungsprozess. Es soll der erste Motor weltweit sein, bei dem Ventilsitze mittels cold spray aufgebracht werden: eine kupferbasierte Metalllegierung, die mit Überschallgeschwindigkeit direkt auf den Zylinderkopf gespritzt wird.
Im Unterschied zu klassischen, eingepressten Ventilsitzen ermöglicht diese Lösung Ansaugkanäle mit geringerer Turbulenz. Dadurch gelangt die Luft effizienter in den Brennraum.
Exklusives Patent und globaler Anspruch
Nissan hält nach eigenen Angaben seit April das Patent auf diese Technologie und betont, dass es nicht darum geht, bestehende Zylinderköpfe einfach auf diese Produktionsmethode umzustellen. Damit die per Sprühverfahren aufgebrachten Sitze funktionieren, braucht es ein spezifisches Design – ein Prozess, der bislang eher der Luft- und Raumfahrt sowie der Rüstungsindustrie vorbehalten war.
Diese Investition könnte Nissan wieder auf Augenhöhe mit Toyota, Hyundai und Renault bringen. Zwar konnten wir den Qashqai mit diesem Motor noch nicht fahren, sein Potenzial zeigte sich jedoch bereits auf einer Fahrt quer durch das Vereinigte Königreich: mit einem Durchschnitt von nur 3,76 l/100 km.
Unterdessen wird sich in Kürze auch Volkswagen dem «Kampf» im Feld der Hybridmotoren anschliessen. Es ist das erste Mal, dass Volkswagen in seinen Modellen Hybridvarianten (full hybrid, die nicht an die Steckdose müssen) anbieten wird – eine Technologie, die in den letzten drei Jahrzehnten vor allem von Toyota massgeblich vorangetrieben wurde.
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