Wenn man an BYD denkt, verbindet man die Marke meist sofort mit rein elektrischen SUV. Für Europa bringt der chinesische Hersteller nun jedoch einen neuen Ansatz auf den Markt.
Das Modell heisst Seal 6 DM-i Touring und ist BYDs Einstieg ins Kombi-Segment in Europa – eine Karosserieform, die trotz SUV-Boom in wichtigen Märkten wie Deutschland nach wie vor sehr gefragt ist. Anders als viele BYD-Modelle fährt er nicht rein elektrisch, sondern wird ausschliesslich als Plug-in-Hybrid angeboten.
Parallel dazu kommt auch eine Limousine mit derselben Technik: der Seal 6 DM-i mit eleganter gezeichneten Linien. Dort liegt der Einstiegspreis etwas tiefer – bei 43 990 Euro –, während der Seal 6 DM-i Touring bei 45 490 Euro startet.
Mit 4850 mm Länge, 1865 mm Breite, 1505 mm Höhe und 2790 mm Radstand nimmt der BYD Seal 6 DM-i Touring ganz klar zwei etablierte Grössen ins Visier: Volkswagen Passat und Skoda Superb.
Allerdings reichen reine Abmessungen nicht, um sich in diesem Umfeld durchzusetzen. Der chinesischen Marke fehlt in diesem Segment noch die «geschriebene» Geschichte – umso wichtiger ist es, mit anderen Argumenten zu überzeugen.
Platzangebot im BYD Seal 6 DM-i Touring
Optisch tritt der BYD Seal 6 DM-i Touring mit fliessenden Linien und einer eigenständigen Lichtsignatur auf. Vorne wie hinten zeichnen die Leuchten ein doppeltes “L”; die Rückleuchten sind zudem über ein LED-Band miteinander verbunden.
Innen steht vor allem das Raumgefühl im Mittelpunkt – besonders für Passagiere auf der Rückbank. Auch das Kofferraumvolumen ist konkurrenzfähig: BYD nennt 500 Liter. Das sind nur 10 Liter weniger als bei der Platz-«königin» Skoda Superb in der Plug-in-Hybrid-Version. Die Superb-Modelle mit reinem Verbrenner gelten als «höhlenartig» und werden mit 690 Litern angegeben.
Auffällig ist ausserdem das Display-Duo: Ein kleinerer Bildschirm (8,8″) übernimmt die Instrumentenanzeige, während der grosse zentrale Screen (15,6″) das Infotainment bedient. Genau hier liegt zugleich ein Kritikpunkt, weil praktisch alle Fahrzeugfunktionen – inklusive Klimatisierung – in dieses System verlagert wurden.
Nur ein Antrieb, nur eine Comfort-Ausstattung
Der Kombi wird ausschliesslich als Comfort angeboten, also in der jeweils besser ausgestatteten Variante. Entsprechend umfangreich fällt die Serienausstattung aus: automatische LED-Scheinwerfer, elektrisch verstellbare Sitze in beheiztem und belüftetem Vegan-Leder, 360°-Kameras sowie ein Panorama-Glasschiebedach gehören zu den Highlights.
Technisch bleibt es bei einem einzigen Plug-in-Hybrid-Setup: Ein 1,5-Liter-Benziner arbeitet mit zwei Elektromotoren zusammen. Die Systemleistung liegt bei 156 kW (212 PS).
Das Antriebskonzept erinnert in der Arbeitsweise an Hondas e:HEV. Bedeutet: Über weite Strecken übernimmt der Elektromotor den Vortrieb, während der Verbrenner primär als Generator dient und die 19 kWh-Batterie mit Energie versorgt. Ist diese voll, werden bis zu 105 km (WLTP) elektrische Reichweite genannt – bei Verbräuchen von nur 1,7 l/100 km.
Sobald der Akku leer ist, steht weiterhin ein 65 Liter grosser Kraftstofftank zur Verfügung, womit eine Gesamtreichweite von 1350 km möglich sein soll.
Obwohl es ein Plug-in-Hybrid ist, fällt ein Detail besonders auf: Die Seal 6 unterstützt bis zu 26 kW Gleichstromladen (DC). Dadurch soll das Laden von 30% auf 80% in nur 23 Minuten gelingen.
Am Steuer
Trotz des kurzen Kontakts hinterliess der Kombi auf der Strasse einen sehr geschmeidigen Eindruck – eine Stärke, die wir auch beim Test des kleineren BYD, dem Dolphin Surf, festgestellt haben. Selbst mit 18”-Felgen wirkt er auf schlechten Belägen nicht unkomfortabel. Materialanmutung und Verarbeitung passen ebenfalls, und störende Nebengeräusche traten nicht auf.
Beim Fahren selbst wirkte das Hybridsystem überzeugend: Es versucht konsequent, elektrisch zu fahren – sogar dann noch, wenn die Batterie nahezu leer ist. Wie effizient das Gesamtsystem im Alltag wirklich arbeitet, lässt sich allerdings erst mit einem längeren Test sauber beurteilen.
Ab welchem Preis?
Wie oben erwähnt, ist der BYD Seal 6 DM-i Touring in Portugal bereits ab 45 490 Euro erhältlich. Für Firmen und Einzelunternehmer (ENI) beginnt der Preis bei 32 990 Euro (+MWST).
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