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Neuer Audi Q5: Verantwortung für Audis Bestseller

Weisser Audi Q5 TDI SUV steht in einem hellen, modernen Autoausstellungsraum.

Das neue Audi Q5 trägt spürbar viel Verantwortung – schliesslich ist es weltweit das meistverkaufte Audi Modell.


Nach dem jüngst eingeführten A5 ist die dritte Generation des Audi Q5 das zweite Modell der deutschen Marke, das auf der neuen Plattform PPC (Premium Platform Combustion) steht. Diese ist mit der neuesten Elektronik-Architektur der vier Ringe verknüpft und kommt grundsätzlich immer mit einer Form von Elektrifizierung – als mild-hybrid und später auch als plug-in-Hybrid.

Angesichts der aktuellen Nachfragesituation lag Audi richtig damit, die Laufzeit seiner Verbrenner-Modelle zu verlängern – gerade bei diesem Q5 SUV, der seit seinem Marktstart 2009 durchgehend ein Verkaufsschlager ist.

Insgesamt wurden von der ersten Generation 1,6 Millionen Fahrzeuge zugelassen, von der zweiten – seit 2017 am Start – rund 1,1 Millionen. Diese zweite Generation war zudem die erste, die auch als Sportback-Karosserie erhältlich war (mit coupéartig geschwungener Dachlinie).

Die neue Generation legt in der Länge um 35 mm zu (4717 mm), während sich die übrigen Abmessungen um nicht mehr als einen Zentimeter verändern. Deutlich stärker fällt der Designwechsel aus: vorne markanter und insgesamt organischer – klar erkennbar an der Linie, die bereits der neue A5 vorgibt.

Bis zu drei edle Displays im Audi Q5

Im Innenraum sind die Unterschiede noch augenfälliger: Die Bildschirme werden grösser – und es können insgesamt sogar drei sein.

Alle setzen auf OLED-Technologie. Das Instrumenten-Display misst 11,9”, der zentrale, gebogene Infoentertainment-Bildschirm 14,5”. Optional gibt es zusätzlich ein 10,9″-Display direkt vor dem Beifahrer.

Materialwahl und Verarbeitung bleiben auf dem hohen Audi Niveau, mit weichen Oberflächen am Armaturenbrett und an den Türverkleidungen. Weniger überzeugend wirkt hingegen die grosszügige Fläche in hochglänzendem Schwarz auf der Mittelkonsole, weil sie sehr schnell mit Fingerabdrücken übersät ist.

Die konfigurierbare, hochwertige Ambientebeleuchtung und das verbesserte head-up display – mit mehr Informationsinhalten und einer um 85% grösseren Projektionsfläche – steigern das Wohlbefinden an Bord zusätzlich.

Platz für alles, aber …

Hinten ist das Raumangebot für zwei Erwachsene bis 1,90 m Körpergrösse grosszügig: Bei meinen 1,80 m blieben vier Fingerbreit Luft über dem Kopf und rund acht Finger Platz vor den Knien.

Wer in der Mitte sitzt, muss mit dem massiven Mitteltunnel leben: Er ist hoch und breit, was schnell unbequem wird. Dazu kommt, dass der Platz dort schmaler und härter ausfällt. Im Audi Q5 Sportback ist die Kopffreiheit leicht geringer (etwas mehr als ein Finger Unterschied).

Es gibt direkte Luftauslässe mit digitaler Temperaturregelung, und die beiden äusseren Rücksitze verfügen über eine Sitzheizung. Weil die zweite Sitzreihe höher montiert ist als die vorderen Sitze, entsteht ein amphitheaterartiger Effekt, den Passagiere im Fond meist sehr schätzen.

Der Kofferraum fasst beim Audi Q5 SUV 520 l, beim Sportback 515 l. Das entspricht dem Wert der Vorgängergeneration, doch die direkten Wettbewerber liegen darüber: Der BMW X3 kommt auf 570 Liter, der Mercedes-Benz GLC sogar auf 600 Liter.

Punkte holt der Q5 dafür zurück, weil die Ladekante tiefer liegt als bisher – das erleichtert das Ein- und Ausladen schwererer Gegenstände. Und wer die Luftfederung wählt, kann das Ladelevel über einen Schalter im Gepäckraum um weitere 50 mm absenken.

Zum Schluss noch praktisch: Die Laderaumabdeckung kann nun unter dem Ladeboden verschwinden. Dort findet sich auch ein Fach für Kleinteile – wobei die Batterie des mild-hybrid-Systems den grössten Teil des Platzes beansprucht.

Am Steuer des «altbewährten» TDI

Für die erste dynamische Ausfahrt mit dem Audi Q5 fiel die Wahl auf den Diesel, weil diese Motorisierung hierzulande voraussichtlich am stärksten gefragt sein dürfte.

Den ersten starken Eindruck hinterlässt allerdings die Lenkung: Serienmässig progressiv, trotz eher leichtgängiger Auslegung sehr präzis und direkt (nur 2,2 Lenkradumdrehungen von Anschlag zu Anschlag).

Der 2.0 TDI mit 204 PS wirkt ab 1750 U/min deutlich kräftiger, wenn das volle Drehmoment von 400 Nm anliegt – und dieses bleibt bis über 3000 U/min erhalten. Ab 4000 U/min nimmt der Nachdruck spürbar ab.

Unterm Strich sind die Fahrleistungen dennoch überzeugend: sowohl bei den Zwischenspurts (unterstützt durch das hohe Drehmoment, die kickdown-Funktion des Getriebes sowie zusätzliches Moment des kleinen Elektromotors) als auch beim Beschleunigen (7,4s von 0 auf 100 km/h und 226 km/h als angegebene Höchstgeschwindigkeit).

Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe passt seine Charakteristik an den gewählten Fahrmodus an – im Gegensatz zur Abstimmung des Gaspedals. Wer selbst schalten möchte, findet am Lenkrad zwei Schaltwippen für «manuelle» Gangwechsel.

Gutmütig abgestimmt

Der Spagat zwischen Komfort und Stabilität gelingt ohne Beanstandungen – erst recht in dieser Ausführung mit Luftfederung. Auf schlechten Belägen bleibt der Q5 angenehm, zugleich ist er ausreichend stabil, wenn man ihn so bewegt, wie es zu einem Diesel-SUV passt (die 20″-Felgen tragen ihren Teil dazu bei).

Die Bremsanlage arbeitet rundum mit belüfteten Scheiben und zeigte jederzeit eine spontane, lineare Verzögerung.

Am Ende der 107 Kilometer langen Route registrierte der Audi Q5 SUV 2.0 TDI quattro einen Durchschnitt von 8,8 l/100 km – knapp drei Liter über dem offiziell homologierten Mittelwert. Dieser Unterschied ist jedoch teilweise durch das höhere Tempo erklärbar, wie es bei einer dynamischen Fahrvorstellung üblich ist.

Über dem Gewünschten

Zum Verkaufsstart des Audi Q5 stehen drei Antriebe zur Wahl: der 2.0 TFSI mit 204 PS und 340 Nm, wahlweise mit Frontantrieb oder quattro (Allrad), der 2.0 TDI mit 204 PS und 400 Nm (ausschliesslich als quattro erhältlich) sowie der SQ5 als aktuelles Topmodell mit 3,0-Liter-V6, 367 PS und 550 Nm.

In einigen Monaten wird die Palette um zwei plug-in-Hybrid-Versionen ergänzt. Sie erhalten eine Batterie mit 25,7 kWh und sollen eine elektrische Reichweite von nahe 100 km ermöglichen.

Bei den Preisen liegt der Einstieg für den neuen Audi Q5 2.0 TDI quattro bei 75 677 Euro. Wer die sportlicher gezeichnete Sportback-Variante bevorzugt, startet bei 79 683 Euro.

Das ist viel Geld, bewegt sich aber auf dem Niveau der wichtigsten Rivalen wie BMW X3 und Mercedes-Benz GLC. Und wie bei solchen Angeboten üblich, dürfte die lange Optionsliste den Preis auf noch weniger vernünftige Regionen treiben.

Veredikt

Technische Spezifikationen

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