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Airbus A350-1000ULR: Qantas verbindet Australien nonstop mit Europa und den USA

Ein grosses weisses Passagierflugzeug steht auf nassem Rollfeld bei Sonnenuntergang am Flughafen.

Noch wirkt er etwas nackt, weil die ultra-effizienten Triebwerke fehlen – und trotzdem ist er bereits ein Schwergewicht. Unter der Kennung F-WZNK ist in Toulouse soeben das erste Exemplar des für Qantas bestimmten A350-1000ULR von den Airbus-Endmontagelinien gerollt.

Auch wenn die Reaktoren noch nicht montiert sind, trägt der Jet bereits seine Flügel, das Leitwerk, das Fahrwerk sowie den kompletten Rumpf. Für Aussenstehende mag es wie die Vorbereitung einer weiteren Auslieferung eines europäischen Langstreckenflugzeugs aussehen, doch für Airbus und Qantas ist es ein Premierenmoment.

Dieser Airbus A350-1000ULR soll die Flotte von Qantas verstärken und das viel beachtete Projekt „Sunrise“ ermöglichen. Insgesamt folgen 12 Exemplare dieses neuen Musters, ausgelegt auf Strecken mit extremen Distanzen: 1700 Kilometer bei Flugzeiten zwischen 18 und 22 Stunden. Die australische Airline hat die Maschinen 2022 bestellt und plant, sie bis 2027 vollständig zu übernehmen.

Das in Toulouse fotografierte erste Flugzeug wird voraussichtlich im nächsten Jahr ausgeliefert. Bis dahin bereiten sich die künftigen Cockpitcrews bereits im Simulator vor, während die Teams der Airline daran arbeiten, die Bordservices so zu optimieren, dass die sehr langen Flugzeiten bestmöglich abgedeckt werden.

Airbus A350-1000ULR für Qantas: 400 km mehr als der Boeing 787-9 Dreamliner, nonstop Sydney–London

Bislang stand bei Airbus vor allem der A321 XLR wegen seiner Effizienz im Rampenlicht. Das Konzept ist ähnlich: grössere Kraftstofftanks, ultra-effiziente Triebwerke und eine Reichweite, die insbesondere Low-Cost-Airlines reizt, die den Schritt in Richtung Langstrecke wagen möchten.

Beim A350-1000ULR geht es jedoch um eine deutlich grössere Reichweitenreserve. Gegenüber einem Boeing 787-9 Dreamliner – dem Langstreckenflugzeug, das Qantas für die weitesten Routen nutzt – sind es 400 Kilometer zusätzlich. Um diese Mehrdistanz zu erreichen, setzt Airbus auf neue Rolls-Royce-Trent-XWB-Triebwerke, grössere Tanks sowie eine stärker begrenzte Kabinenkonfiguration, um Gewicht einzusparen.

Australien verfügt zwar bereits über eine Direktverbindung nach Europa, diese startet jedoch ab Perth an der Westküste. Mit dem neuen Airbus A350-1000ULR und dem Projekt „Sunrise“ will Qantas Sydney ohne Zwischenstopp mit London verbinden. Zusätzlich soll auch New York direkt an die australische Wirtschaftsmetropole angebunden werden. Bislang nutzte lediglich Singapore Airlines den A350-1000ULR von Airbus – allerdings in kleinerem Rahmen und auf weniger spektakulären Verbindungen.

Wie bei Qantas musste auch die Airline aus Singapur die Kabinenausstattung überarbeiten, um die Masse des Flugzeugs zu reduzieren. Entsprechend sind die Tickets für Passagiere ebenfalls teurer. Bei Qantas soll eine Nonstop-Verbindung im Airbus A350-1000ULR laut der CEO der Airline, die im vergangenen Frühling von 01net zitiert wurde, rund 20 0% mehr kosten.

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