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Alle Spezifikationen zum Porsche Cayenne elektrisch sind da

Grauer Porsche Cayenne EV Elektro-SUV steht in hellem, modernem Showroom mit schwarzem Boden.

Jetzt sind endlich alle Daten und Spezifikationen zum neuen, bisher nie dagewesenen Porsche Cayenne elektrisch bekannt. Und falls es noch Zweifel daran gab, wie wichtig dieses Modell für die Marke ist: Sie verfliegen in dem Moment, in dem klar wird, wofür sich Porsche hier entschieden hat.

Es handelt sich nicht nur um den ersten Cayenne, der komplett elektrisch fährt. Dieses Modell ist zugleich der stärkste Porsche in Serienproduktion, den es je gab – und ausserdem der technologisch fortschrittlichste Porsche, den der Hersteller derzeit auf die Räder stellt. Ein SUV, der in der Elektro-Ära neu definieren will, was „Cayenne“ bedeutet, dabei aber weiterhin parallel zum Cayenne mit Verbrennungsmotor angeboten wird.

Wir waren am Porsche-Stammsitz in Stuttgart (Deutschland), um den neuen Cayenne elektrisch aus nächster Nähe zu sehen und zu verstehen, wie die Marke ihn für das elektrische Zeitalter neu interpretiert hat.

Schneller als der neue 911 Turbo S

Zum ersten Mal in seiner Geschichte ist der Cayenne zu 100% elektrisch – trotzdem stehen vor allem Leistung und Performance im Mittelpunkt. Und beim Cayenne Turbo Electric kann man es so zusammenfassen: ein Monster. Die Spitzenleistung (mit Launch Control) liegt bei 850 kW (1156 PS), womit er zum stärksten Porsche-Serienmodell aller Zeiten wird.

Diese Zahl ist derart brachial, dass sie sogar dem allmächtigen 911 Turbo S – der kürzlich vorgestellt wurde und den wir bereits gefahren sind – plötzlich eine neue Bedeutung von Bescheidenheit verpasst.

Den Sprint auf 100 km/h erledigt der Cayenne Turbo Electric in nur 2,5 s. Und 200 km/h? Nach lediglich 7,4 s – damit ist er eine Sekunde schneller als der 911 Turbo S, was schlicht verrückt ist. Schliesslich reden wir hier von einem 2,7-Tonnen-SUV. Bei der Höchstgeschwindigkeit muss er sich allerdings geschlagen geben: Es bleiben 260 km/h, also 60 km/h weniger als beim ikonischen Coupé.

Die Basisversion tritt deutlich zurückhaltender auf: Obwohl auch sie das Layout mit zwei Motoren (je einer pro Achse) beibehält, liefert sie maximal kombiniert (Launch Control) 325 kW (442 PS) und beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 4,8 s. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h.

Für die Energieversorgung sorgt eine 113-kWh-Batterie, die von einer beidseitigen Kühlung profitiert und bis zu 642 km (WLTP kombiniert) ermöglicht – mehr Details dazu finden Sie im Video oben.

Das 800-V-System erlaubt Laden mit bis zu 400 kW. Damit gelingt der Sprung von 10% auf 80% in weniger als 16 Minuten. Zusätzlich gibt es induktives Laden mit 11 kW – eine absolute Premiere bei Porsche.

Ausserdem kann das System beim Bremsen bis zu 600 kW Energie zurückgewinnen, also Werte auf dem Niveau von Formel-E-Einsitzern. Porsche sagt, dass im Alltag 97% der Bremsvorgänge ausschliesslich über Rekuperation erfolgen. Trotzdem stehen beim Turbo optional carbo-keramische Bremsen zur Wahl.

Einer der aerodynamischsten SUV überhaupt

Porsche hat ebenso stark auf Effizienz gesetzt – und bei einem Elektroauto schreit kaum etwas mehr nach Effizienz als Aerodynamik. Der Luftwiderstandsbeiwert (Cx) beträgt nur 0,25 und platziert ihn unter den aerodynamischsten SUV auf dem Markt.

Dafür nutzt die Marke Lösungen, die man sonst eher von Supersportwagen kennt: aktive Front-Lamellen, die sich je nach benötigtem Luftstrom öffnen oder schliessen, sowie hintere Aeroblades, die ausfahren, um den Luftstrom am Heck sauberer abzureissen.

Beim Turbo kommen zusätzlich ein aktiver Dach-Spoiler und ein Diffusor hinzu, die für mehr Stabilität bei hohem Tempo ausgelegt sind – schliesslich sprechen wir von einem SUV, dessen Performance gestandene Sportwagen alt aussehen lässt.

Der Fokus auf bessere Aerodynamik hat auch das Design geprägt. Unterm Strich wirkt es dennoch wie die konsequente Weiterentwicklung dessen, was man vom Cayenne mit Verbrennungsmotor bereits kennt. Gleichzeitig übernimmt er Details, die ihn näher an die neuesten Elektro-Modelle der Marke rücken – etwa an den Macan: deutlich schlankere Matrix-LED-Scheinwerfer, eine tiefer gezogene Motorhaube und ein neu gestaltetes Heck, das die Effizienz maximieren soll. Er bleibt unverkennbar ein Cayenne, wirkt aber spürbar gestreckter und schärfer gezeichnet.

Dabei ist er in jede Richtung gewachsen: Insgesamt misst er 55 mm mehr in der Länge und profitiert vor allem von einem um rund 130 mm grösseren Radstand. Das macht sich in einem geräumigeren Innenraum bemerkbar als beim Cayenne mit Verbrennungsmotor.

Auch beim Gepäck schluckt er fast alles: Der Kofferraum fasst 781 Liter und lässt sich mit umgeklappten Sitzen auf 1588 Liter erweitern. Dazu kommt ein vorderer Gepäckraum (frunk) mit 90 Litern.

Wir wollen Sie nicht mit all den vielen Innenraumdetails „langweilen“ – das haben wir bereits vor Wochen in einem Video gemacht. Fest steht aber: Es ist das digitalste Interieur, das man bisher in einem Porsche gesehen hat, mit einem klaren Schwerpunkt auf Bildschirmen. Anschauen oder nochmals ansehen:

Alles unter Kontrolle

Der neue Porsche Cayenne elektrisch ist gross, schwer und bietet mehr Leistung, als man für einen SUV überhaupt für nötig halten würde. Doch die deutsche Marke überlässt ihren Ruf nicht dem Zufall.

Der Cayenne elektrisch bringt ein ganzes Dynamik-Arsenal mit, um jederzeit die Kontrolle zu behalten – und soll laut Porsche die Präzision und das Fahrerlebnis liefern, die man von der Marke erwartet. Im Zentrum steht die Active-Ride-Federung, die das Wanken der Karosserie nahezu eliminieren und den SUV bei Beschleunigung, beim Bremsen oder in schnellen Kurven nivellieren kann.

Ergänzt wird das Paket durch die adaptive Luftfederung mit PASM (Porsche Active Suspension Management) – beide serienmässig – sowie eine optionale Hinterachslenkung. Porsche verspricht, dass dies der Cayenne ist, der dem Fahrverhalten eines Sportwagens am nächsten kommt.

Für alle, die dem Asphalt nicht immer treu bleiben, gibt es ausserdem ein Off-Road-Paket mit spezifischen Abstimmungen. Und anders als bei manchen anderen elektrischen SUV bietet der Porsche Cayenne eine Anhängelast von 3,5 Tonnen.

Wann kommt er – und was kostet er?

Die Bestellungen starten heute, und Porsche Portugal hat bereits mehr als 100 reservierte Einheiten bestätigt. Das gilt auch, obwohl Cayenne Electric und Turbo Electric nicht von den steuerlichen Vorteilen profitieren, die andere Elektroautos erhalten (mit Ausnahme von ISV und IUC).

Die grösste Überraschung: Der neue Cayenne elektrisch soll innerhalb der Cayenne-Familie das günstigste Modell sein – inklusive der Cayenne mit Verbrennungsmotor. In Portugal beginnen die Preise bei 110 086 Euro für den Cayenne Electric und steigen auf 171 919 Euro für den Cayenne Turbo Electric.


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