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Opel Astra 2026: Wenige Updates, klarer Fortschritt

Grüner Opel Astra 2026, präsentiert auf einer runden Ausstellungspodium in modernem Showroom.

Der Opel Astra 2026 hat keine tiefgreifende Überarbeitung bekommen – doch die wenigen Neuerungen gehen in die richtige Richtung.


Nach dem Motto „Ein Siegerteam verändert man nicht“ dürfte Opel dieses Astra-Update angegangen sein. Denn unterm Strich ist nur wenig passiert – die Änderungen lassen sich tatsächlich an einer Hand abzählen.

Aussen gab es gezielte Retuschen, im Innenraum ein paar Feinschliffe, und auch bei den Antrieben wurde nachjustiert. Die Palette bleibt dabei breit und spricht weiterhin unterschiedliche Ansprüche und Budgets an. Das ist keineswegs ein Nachteil: Gerade weil so wenig verändert wurde, wirkt der Astra nach wie vor unverkennbar wie ein Astra.

„Licht ist das neue Chrom“

„Licht ist das neue Chrom“ – diesen Satz hörten wir von Philip Röckl, dem Produktdirektor des neuen Opel Astra, bei der internationalen Präsentation in Kroatien, bei der wir vor Ort waren.

Und treffender könnte es kaum sein. Denn wenn sich der Opel Astra 2026 irgendwo am deutlichsten weiterentwickelt hat, dann bei der Beleuchtung. Seitenansicht und Heck bleiben so, wie man es bereits kennt – die eigentlichen Neuigkeiten sitzen vorne.

Der Opel Vizor – die schwarze „Maske“, die die Scheinwerfer optisch verbindet – trägt nun eine neue Lichtsignatur. Im Mittelpunkt steht dabei der „Blitz“, der jetzt in allen Versionen hinterleuchtet ist. Das passt zu einem aktuellen Trend in der Autoindustrie, den etwa der Volkswagen Golf oder auch der „Cousin“ Peugeot 308 bereits aufgegriffen haben. Beim Astra gibt es jedoch einen Unterschied: Das Markenlogo ist immer beleuchtet – unabhängig davon, ob es Tag oder Nacht ist.

Parallel dazu wurden auch die Scheinwerfereinheiten überarbeitet. Serienmässig ersetzt Opel die bisherigen LED-Reflektoren durch Projektoren. Und die optionalen Intelli-Lux-Scheinwerfer (LED Matrix) bestehen neu aus mehr als 50 000 Elementen – zuvor waren es „nur“ 168. Das verbessert die Sicht bei Nacht deutlich. Sie machen die Nacht zum Tag.

Innenraum mit subtilen Modifikationen

Im Cockpit fallen die Verbesserungen deutlich zurückhaltender aus. Am auffälligsten ist die Mittelkonsole: Das glänzende Schwarz ist verschwunden, stattdessen gibt es nun ein mattes Grau. Das wirkt vielleicht nebensächlich, soll im Alltag aber einen echten Vorteil bringen, weil Fingerabdrücke und selbst kleine Kratzer weniger schnell sichtbar werden.

Beim Thema Sicherheit – und im Einklang mit den immer strengeren europäischen Vorgaben – bekommt die A-Säule neu ein Fahrer-Erkennungssystem. Es soll sicherstellen, dass der Fahrer die Aufmerksamkeit nicht von der Strasse abwendet.

Die grössten Änderungen sind nicht auf den ersten Blick sichtbar

Am meisten Zeit habe ich mit dem Opel Astra 2026 auf der Strasse verbracht. Und genau dort, bei den Antrieben, stecken die wesentlichsten Neuerungen.

Der deutsche Kompaktwagen bleibt dabei ein Allrounder im Angebot: Benziner, Diesel, Plug-in-Hybrid und vollelektrisch sind weiterhin verfügbar. Beim Astra Electric wächst der Akku von 54 kWh auf 58 kWh. Dadurch steigt die maximale Reichweite auf 454 km im WLTP-Zyklus – das sind 35 km mehr als zuvor.

Bei diesem ersten Kontakt habe ich allerdings vor allem die Einstiegsmotorisierung gefahren: den Hybrid 145, der im letzten Jahr eingeführt wurde. Er kombiniert den 1.2 Turbo-Benziner mit einem kleinen Elektromotor (21 kW oder 29 PS) sowie einem sechsstufigen Automatikgetriebe. Trotz der Bezeichnung handelt es sich um einen 48-V-Mild-Hybrid. Er unterscheidet sich von den früheren 1.2 Turbo ohne Elektrifizierung (110 PS und 130 PS) dadurch, dass er eine Steuerkette besitzt und keinen im Öl laufenden Zahnriemen.

Das System ist neu und technisch weiterentwickelt. Im Vergleich zu anderen Mild-Hybrid-Lösungen soll es spürbarer beim Spritsparen helfen und den Abstand zu echten Hybriden (Full Hybrid) beim Verbrauch verringern.

Opel betont, dass der grösste Spar-Effekt im Stadtverkehr entsteht, weil der E-Motor beim Anfahren und Beschleunigen unterstützt. Bei tiefen Geschwindigkeiten soll laut Marke bis zu 1 km rein elektrisch möglich sein – oder bis zu 50% der gesamten Strecke im urbanen Betrieb. Geladen wird die kleine 48-V-Batterie mit lediglich 0,84 kWh über alle Phasen des Verzögerns und Bremsens.

Auf unserer gemischten Route von etwas mehr als 100 km über kroatische Strassen lag mein Durchschnittsverbrauch sogar unter dem offiziellen Wert: 4,8 l/100 km, also 0,1 l/100 km weniger als angegeben. Für einen Benziner ist das sehr überzeugend. Für die endgültige Bestätigung bräuchte es einen längeren Test in Portugal – dennoch gehe ich davon aus, dass die realen Verbräuche nicht weit von den offiziellen Angaben abweichen.

Französische Basis, deutsche Gene

Der Opel Astra teilt sich seine technische Grundlage mit dem französischen „Cousin“ Peugeot 308. Am Steuer merkt man jedoch schnell, dass dieses Modell eine deutsche Handschrift trägt. Das Fahrwerk ist, ohne je unkomfortabel zu werden, etwas straffer abgestimmt – und das sorgt für eine bessere Kontrolle über die Karosseriebewegungen.

Wenn man etwas engagierter fährt, wirkt der Astra 2026 dadurch satter auf dem Asphalt und insgesamt stabiler. Dazu passen die 18″-Felgen und Reifen mit niedrigerem Querschnitt, die die Präzision erhöhen. Auch die Lenkung profitiert davon und wirkt kommunikativer.

Natürlich ist der Opel Astra kein Sportler – seine Wohlfühlzone findet er deshalb eher bei gemässigtem Tempo.

Bereits bestellbar

Der Opel Astra 2026 kommt in Portugal zu Preisen ab 30 990 Euro, die Sports Tourer-Version (Kombi) ist ab 32 090 Euro erhältlich. Lernen Sie die Preise der gesamten Baureihe kennen:


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