Zwei erste Satelliten der Mission Celeste sind mit Rocket Lab ins All gestartet, um einen zusätzlichen Layer für Galileo zu testen
Am 28. März hat die Europäische Weltraumorganisation (ESA) einen wichtigen Meilenstein für die europäische Satellitennavigation erreicht: Von Neuseeland aus wurden die ersten zwei Satelliten der Demonstrationsmission Celeste mit einer Electron-Trägerrakete von Rocket Lab gestartet. Mit der Mission wird ein zusätzlicher Navigations-Layer auf einer niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) erprobt, der das bestehende Galileo-System ergänzen soll.
Abtrennung im Orbit und erste Inbetriebnahme
Die zwei Raumfahrzeuge, entwickelt von GMV und Thales Alenia Space, trennten sich rund eine Stunde nach dem Start von der Rakete. Aktuell befinden sie sich in der anfänglichen Phase, in der das Kontrollzentrum die Satelliten schrittweise für den Betrieb im Orbit vorbereitet.
Technologietests und Frequenzen in L- und S-Band
Mit den Satelliten werden zentrale Technologien validiert. Gleichzeitig stellen sie die Nutzung der erforderlichen Frequenzen in den Bereichen L- und S-Band gemäss den Vorgaben der Internationalen Fernmeldeunion sicher. Weitere Starts im Jahr 2027 bringen die Mission auf die vollständige Konfiguration mit insgesamt 11 Satelliten.
„Celeste wird zeigen, wie eine Konstellation von Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn Galileo auf mittlerer Umlaufbahn ergänzen kann“, sagte ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.
Anwendungsfelder dank LEO-Nähe: von Verkehr bis Notfalldienste
Weil die Satelliten der Erde näher sind, lassen sich Signale verstärken und neue Frequenzen einsetzen. Celeste dient dabei als Testplattform für ein breites Spektrum an Anwendungen: Navigation für autonome Autos, für den Bahn- und Schiffsverkehr sowie für die Luftfahrt. Darüber hinaus geht es um eine bessere Signalverfügbarkeit in städtischen Umgebungen und in abgelegenen Polarregionen sowie um präzisere Positionierung und verlässlichere Kommunikation für Notfalldienste bei Katastrophen. Ebenfalls vorgesehen sind Szenarien zur Verfolgung vernetzter Geräte und zu Anwendungen im Internet der Dinge.
Nächste Phase im Orbit und Einbettung in ESA LEO-PNT
Nach der Demonstrationsphase überprüft die In-Orbit Preparatory phase die Technologien und die Infrastruktur direkt im Orbit. Die Resultate sollen die Industrie vorbereiten und eine Entscheidungsgrundlage für die Europäische Union liefern, um einen Navigations-Layer aufzubauen, der Galileo und EGNOS ergänzt.
Celeste ist Teil der ESA-Initiative LEO-PNT (Positioning, Navigation and Timing). Die Mission wurde 2022 am ESA-Ministerrat genehmigt und 2025 erweitert, um den Übergang in die vorbereitende Phase zu ermöglichen. In den von GMV und Thales Alenia Space geführten Konsortien arbeiten mehr als 50 Organisationen aus 14 europäischen Ländern zusammen.
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