Der Volkswagen T-Roc 2026 wirkt wie ein SUV aus dem nächsthöheren Segment. In den nächsten Zeilen erklären wir alles.
Unser erster Test des neuen Volkswagen T-Roc hätte kaum in einem symbolträchtigeren Umfeld starten können. Los ging es dort, wo er entsteht: direkt vor den Toren von Autoeuropa in Palmela, von wo jedes Jahr Hunderttausende Fahrzeuge in alle Welt ausgeliefert werden.
Anschliessend fuhren wir dorthin, wo sich der T-Roc im Alltag bewähren muss: über die kurvigen Strassen der Serra da Arrábida, über den Tejo, quer durch Lissabon und hinein ins satte Grün der Serra de Sintra. Genau die richtige Runde, um zu spüren, wie weit sich dieses Modell «made in Portugal» weiterentwickelt hat.
Nur das Wetter spielte nicht mit – danke an das Tiefdruckgebiet Cláudia …: Dauerregen, kräftige Böen und rutschiger Asphalt. Gerade unter diesen ungünstigen Bedingungen zeigte der T-Roc aber das, was uns am meisten überraschte: Dieses unmittelbare Gefühl, in einem Modell einer höheren Klasse zu sitzen.
Alles dazu erklären wir in diesem Video, das genau dort beginnt, wo alles anfängt: an den Produktionslinien in Palmela. Alle Details findet ihr hier:
Wie ihr gesehen habt, erkläre ich in diesem Video alles rund um den neuen Volkswagen T-Roc. In diesem Text möchte ich dennoch eines unmissverständlich festhalten: Dass dieses Modell in Portugal gebaut wird, verschafft ihm bei uns keinen Bonus. Das würde mir nicht gut anstehen.
Ich neige weder zu Provinzialität noch zu plumpem Patriotismus. Wir beurteilen jedes Auto nach dem, was es ist – nicht nach der Postleitzahl seines «Geburtsorts».
Zur Erinnerung: Der T-Roc ist das meistverkaufte Volkswagen-Modell in Europa – seit 2017 hat er die Marke von zwei Millionen Einheiten überschritten. Nicht weil er portugiesisch ist, sondern weil ihn die Portugiesen ganz offensichtlich sehr gut bauen.
Riesiger Sprung im Innenraum
Sobald man die Tür öffnet, fällt auf: Der Volkswagen T-Roc hat spürbar zugelegt. Die wahrnehmbare Qualitätssteigerung ist deutlich. Das Armaturenbrett ist mit gepolstertem Stoff bezogen, und die Ambientebeleuchtung zieht sich durch perforierte Verkleidungen – dadurch verschwindet der eher „harte“ Eindruck der Vorgängergeneration.
Auch die Mittelkonsole wirkt wie neu gedacht: Möglich macht das der neue DSG-Wählhebel an der Lenksäule – derselbe, den wir bereits aus dem Golf und mehreren Elektro-Modellen der Marke kennen. Unterm Strich bedeutet das: mehr Platz, mehr Ablagen, weniger visuelle Unruhe.
In Sachen Ergonomie gewinnt der T-Roc ebenfalls, weil fast alles dort sitzt, wo man es erwartet. Die induktive Ladeschale ist nun aktiv gekühlt und damit im portugiesischen Sommer endlich wirklich brauchbar. Das MIB4-Infotainment ist der nächste klare Schritt nach vorn: 10,4” oder 12,9” Bildschirmdiagonale, eine schnellere Bedienlogik, fixe Shortcuts und der Sprachassistent IDA, der ChatGPT integriert.
Volkswagen hat die Zahl der Tasten reduziert, ist aber nicht in einen radikalen Minimalismus abgerutscht: Auf der Konsole gibt es weiterhin einen physischen Multifunktionsregler, mit dem sich zwischen Lautstärke, Fahrmodi und Temperatur wechseln lässt. Genau dieses ausgewogene Konzept hätte die Marke bei anderen Modellen schon viel früher umsetzen sollen.
Im hervorgehobenen Video bekommt ihr zudem ein besseres Gefühl dafür, wie viel Raum diese neue T-Roc-Generation gewonnen hat. Gegenüber dem Vorgänger ist der T-Roc 12 cm länger geworden und bietet 3 cm mehr Radstand.
Das klingt nach wenig, macht in der Praxis aber enorm viel aus. Wer Kinder hat, weiss: Jeder Zentimeter zählt …
Neuer T-Roc spielt in einer anderen Liga
Wie bereits klar wurde: Ich kenne die aktuelle T-Roc-Generation, die nun ausläuft, sehr gut – bei Razão Automóvel fährt einer in der Flotte. Im direkten Vergleich zur neuen Generation sieht man ihr die Jahre an.
Das Fahrwerk ist feiner abgestimmt, die Geräuschdämmung liegt auf einem höheren Niveau, und die Dämpfung arbeitet progressiver. Am Steuer fühlt es sich an, als wäre er um ein halbes Segment aufgestiegen: solider, ruhiger, komfortabler und insgesamt besser ausbalanciert. Das kommt nicht von ungefähr, denn dieser T-Roc nutzt dieselbe MQB-evo-Plattform wie Tiguan und Passat.
Ein Teil dieser neuen Gelassenheit hängt allerdings auch mit einer Entscheidung zusammen, die den Charakter des T-Roc grundlegend verändert. Der dreizylindrige 1.0 TSI ist gestrichen worden; im T-Roc kommen jetzt nur noch Vierzylinder zum Einsatz.
Das merkt man besonders beim 1.5 eTSI, den ich mit 116 cv und 150 cv fahren konnte. Nicht falsch verstehen: Der 1.0 TSI war ein sehr guter Motor – aber dieser e-TSI ist klar besser.
Die von mir gefahrene Variante, der 1.5 eTSI mit 150 cv, zeigt den Fortschritt besonders deutlich. Das Aggregat ist zwar bekannt, wirkt hier aber weiterentwickelt: laufruhiger, unten heraus kräftiger und spürbar besser mit dem DSG7-Getriebe verzahnt.
Die elektrische Unterstützung des 48-V-mild-hybrid-Systems hilft bei den ersten Reaktionen aufs Gaspedal und bei leichten Zwischenspurts. Dadurch verschwindet jenes „nervosismo“, das bei kleinen Turbomotoren in Kombination mit Automatikgetrieben oft auftritt.
Wegen des schlechten Wetters und der kürzeren Testdauer waren keine belastbaren Verbrauchswerte möglich. Aus Erfahrung mit diesem Antrieb in anderen Volkswagen-Modellen ist es jedoch realistisch, je nach Strecke und Fahrstil mit 5,5 l/100 km bis 7,0 l/100 km zu rechnen.
Bei den Assistenzsystemen legt der T-Roc ebenfalls nach: Front Assist, Lane Assist, Cruise-control und Notbremsung gehören serienmässig dazu. Optional gibt es Travel Assist mit assistiertem Spurwechsel, 360º-Rundumsicht und sogar das Speichern von Parkmanövern – Technik, die früher den höheren Baureihen des Konzerns vorbehalten war.
Wettbewerbsfähige Preise trotz Steuerlast
Zu Beginn gab es die Sorge, dass der Wechsel vom 1.0 TSI auf den 1.5 TSI die Preise des neuen T-Roc deutlich nach oben treiben würde (wegen unseres ISV, der den Hubraum stärker belastet). Ausserdem ist der T-Roc ab jetzt nur noch mit Automatikgetriebe erhältlich.
In der Realität fiel der Aufpreis kleiner aus als erwartet: nur 1249 euros mehr als beim Vorgänger mit vergleichbarer Ausstattung. Möglich wurde das durch ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Autoeuropa und dem Volkswagen-Importeur in Portugal – wir erklären in einem separaten Artikel, wie das gelang.
Die Modellpalette des neuen Volkswagen T-Roc gliedert sich in vier Ausstattungslinien: Trend, Life, Style und R-Line.
Die Ausführung Trend bringt Folgendes mit:
- 16″-Leichtmetallfelgen
- 10,4″-Infotainmentsystem
- automatische Klimaanlage
- LED-Scheinwerfer
- Parksensoren vorn und hinten
- Spur- und Totwinkelassistent
- Kreuzungsassistent
- App Connect Wireless
- Multifunktionslenkrad in Leder
Die Ausstattung Life ergänzt:
- 17″-Leichtmetallfelgen
- 12,9″-Infotainmentsystem
- abgedunkelte hintere Scheiben
- adaptives cruise control
- Rückfahrkamera
- Ambientebeleuchtung
- cruise control
Life und R-Line legen zusätzlich nach mit:
- 3-Zonen-Klimaanlage
- LED-Scheinwerfern mit beleuchtetem Logo vorn und hinten
- Digital Cockpit Pro
- beheizbaren Vordersitzen mit Massagefunktion
- beheizbarem Lenkrad
- Ambientelicht mit 30 Farben
Beim R-Line kommen ausserdem 19″-Felgen dazu.
Zum Schluss nochmals zur Erinnerung: In allen Versionen ist das DSG7-Automatikgetriebe serienmässig. In naher Zukunft folgen die full-hybrid-Varianten, ohne Laden an der Steckdose (ebenfalls auf Basis des 1.5 TSI), sowie der leistungsstärkere und sportlichere T-Roc R mit 333 cv, bereitgestellt vom 2.0 e-TSI (EA888).
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