Funde im Jezero-Krater mit Perseverance
Studie deutet auf Korund, inklusive Rubinen und Saphiren, in Marsgestein hin
Astronominnen und Astronomen haben in Marsgesteinen winzige Kristalle entdeckt, die optisch an Rubine erinnern. Identifiziert wurden sie über Laseranalysen, die der Marsrover Perseverance im Jezero-Krater durchgeführt hat. Vorgestellt wurde die Arbeit an der 57. Lunar and Planetary Science Conference in Texas; eine Publikation in Geophysical Research Letters ist in Vorbereitung.
Die Kristalle stammen aus sogenannten „floating rocks“ – lose herumliegendem Gesteinsschutt, der durch Meteoriteneinschläge oder durch geologische Vorgänge verlagert worden sein könnte. Messungen mit dem SuperCam-Laserinstrument ergaben, dass drei der untersuchten Proben Korund enthalten – ein Mineral aus Aluminium und Sauerstoff – und zudem Einschlüsse von Chrom aufweisen.
Korund: Härte und Farben – von Rubinen bis Saphiren
Korund zählt zu den härtesten natürlich vorkommenden Stoffen und wird in seiner Härte nur vom Diamanten übertroffen. In reiner Form ist Korund farblos; erst Beimengungen wie Chrom, Eisen oder Titan sorgen für auffällige Farbtöne. So kann Chrom rote Rubine hervorbringen, während Eisen und Titan für blaue Saphire verantwortlich sind.
Warum die genaue Einordnung noch offen ist
Das Forschungsteam betont, dass die exakte chemische Zusammensetzung der Kristalle bislang nicht abschliessend bestimmt wurde. Dadurch bleibt vorerst unklar, ob es sich tatsächlich um Rubine handelt oder um eine andere Variante von Korund. Erschwerend kommt hinzu, dass die entdeckten Kristalle kleiner als 0,2 mm sind, was eine detaillierte Untersuchung besonders anspruchsvoll macht.
Mögliche Entstehung von Korund auf dem Mars
Auf der Erde entsteht Korund häufig durch metamorphe und magmatische Prozesse, die mit tektonischer Aktivität verbunden sind. Da für den Mars solche tektonischen Abläufe nicht bestätigt sind, gehen die Forschenden davon aus, dass die Kristalle eher unter extremen Temperaturen und Drücken entstanden sein könnten, ausgelöst durch Meteoriteneinschläge.
Zudem wird in der Studie die Möglichkeit diskutiert, dass bei Einschlägen gebildete hydrothermale Flüssigkeiten die Korundbildung begünstigt haben könnten. Um diese Hypothese zu stützen, müssten jedoch weitere Proben gefunden werden – idealerweise in ihrem ursprünglichen geologischen Kontext.
Hinweise auf weitere potenziell „edle“ Minerale
Bereits zuvor wurden im Jezero-Krater und in anderen Regionen des Mars Anzeichen für Quarz, Opal und weitere potenziell wertvolle Minerale festgestellt. Das spricht dafür, dass der Mars als eine Art „Labor“ für die Entstehung seltener Minerale dienen könnte.
Die Forschenden hoffen, dass kommende Untersuchungen die Bildungsmechanismen von Korund auf dem Mars präziser klären und zeigen, wie verbreitet dieses Mineral dort ist. Gleichzeitig könnten daraus neue Hinweise zur geologischen Entwicklung des Roten Planeten entstehen.
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