Fahrzeuge, die zu 100% elektrisch sind, stossen nicht auf die Resonanz, die man erwartet hatte. Honda gehört zu den Herstellern, die daraufhin einen Schritt zurückgemacht und ihre Strategie angepasst haben, um stärker in die Technologie zu investieren, die derzeit an Zugkraft gewinnt: Hybride.
Zwischen 2027 und 2030 will die Marke 13 neue Hybridmodelle auf den Markt bringen. Laut Honda sollen sie helfen, diese Übergangsphase hin zur zu 100% elektrischen Mobilität zu überbrücken. Gleichzeitig hält Honda daran fest, dass Elektroautos langfristig die ideale Lösung sind, um Kohlenstoffneutralität zu erreichen.
Dass diese neue Hybridgeneration kommt, ist an sich keine völlige Überraschung – sie wurde bereits angekündigt. Neu ist jedoch, dass wir nun wissen, dass sie mit dem ausgerüstet sein wird, was Honda als den „effizientesten Verbrennungsmotor der Welt“ bezeichnet.
Effizienteres e:HEV-System von Honda
Viele Details sind noch offen, ebenso welches Modell diese neue Motorisierung zuerst erhalten wird. Klar ist aber: Es soll zwei Varianten geben – 1,5 Liter und 2,0 Liter. Genau diese Hubräume finden wir aktuell auch bei den in Verkauf stehenden Jazz- und Civic-Modellen.
Damit bleibt unklar, ob es sich um komplett neue Aggregate oder um Weiterentwicklungen der heutigen Motoren handelt. Sicher ist aus Sicht von Honda nur eines: Sie sollen deutlich effizienter werden.
Wenn man ausschliesslich auf Benzinmotoren schaut, ist Effizienz allerdings kein Alleinstellungsmerkmal. Toyotas Dynamic-Force-Motorenfamilie – 2,0 Liter und 2,5 Liter – weist derzeit die höchste angegebene thermische Effizienz aus: 40% bzw. 41%, wenn sie in ein Hybridsystem integriert ist. Der Hersteller arbeitet bereits an einer neuen Motorgeneration, die noch effizienter sein soll – und zugleich mehr Leistung bieten wird.
Auch Nissan entwickelt einen Benzinmotor mit 50% thermischer Effizienz – klar über dem Niveau heutiger Dieselmotoren. Dieser Motor wird jedoch nur als Generator in Hybridsystemen eingesetzt und ist nicht mit den Rädern verbunden. Ein wesentlicher Hebel für die 50% ist die auf einen engen Drehzahlbereich begrenzte Betriebsweise (dort, wo der Motor am effizientesten arbeitet).
Bei Honda liegt der Fall anders. Das Hybridsystem ist als Serie-Parallel-System ausgelegt, was bedeutet, dass der Verbrennungsmotor in bestimmten Fahrsituationen tatsächlich für den Vortrieb verantwortlich ist – bleibt das auch in der nächsten Generation so?
Um die Effizienz zu steigern, erklärt Honda, dass diese Motoren ihre maximale Effizienz über einen deutlich breiteren Drehzahlbereich erreichen sollen. Als Beispiel nennt der japanische Hersteller, dass der 1,5-Liter-Motor sein maximales Drehmoment in einem um 40% erweiterten Drehzahlband bereitstellen wird, ohne Einbussen bei der Leistung. Er werde die „beste thermische Performance im Markt“ bieten, so Honda.
Kostensenkung ist sicher
Neben dem effizienteren Benzinmotor soll auch die elektrische Einheit des Hybridsystems leichter und kompakter ausfallen als die aktuellen Komponenten. Ausserdem wird dieses neue Hybridsystem auf einer neuen Plattform eingeführt, die das Fahrzeuggewicht um 90 kg senken soll. Unter dem Strich rechnet Honda mit einer Einsparung von 10% beim Verbrauch.
Damit nicht genug: Produktionsseitig versichert Honda, dass die 13 Modelle, die zwischen 2027 und 2030 vorgesehen sind, günstiger herzustellen sein werden. Möglich werden soll das durch die gemeinsame Nutzung von mindestens 60% der Komponenten sowie durch eine Reduktion der Produktionskosten des neuen Hybridsystems um 30%.
Obwohl Honda die geplanten Investitionen in Elektrofahrzeuge nach unten korrigiert hat, betrachtet das Unternehmen zu 100% elektrische Modelle weiterhin als unverzichtbaren Bestandteil der künftigen Strategie.
Kurzfristig sollen jedoch die Hybride der Hebel sein, mit dem die Marke dieses „Übergangszeitfenster“ bis zur vollständigen Elektrifizierung überbrücken will.
Wie Toshihiro Mibe, CEO von Honda, erklärte, besteht das Ziel darin, ein breites und wettbewerbsfähiges Hybridangebot bereitzustellen und gleichzeitig den Weg für die breite Marktdurchdringung der Elektroautos zu ebnen.
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