Nach dem Erfolg der Limousine SU7 feiert Xiaomi nun die Weltpremiere seines ersten elektrischen SUV: des YU7. Das Modell soll Tesla das Leben schwer machen – zumindest in China, wo der Marktstart zuerst erfolgt.
Xiaomi will mit dem neuen SUV an den Absatz des SU7 anknüpfen. Entsprechend klar sind die Parallelen im Auftritt: moderne, fliessende Formen, die einen Luftwiderstandsbeiwert von Cx 0,245 ermöglichen.
Zu den zeitgemässen Details zählen versenkte Türgriffe sowie eine LED-Lichtsignatur mit durchgehendem Leuchtband am Heck.
„V6“ … elektrisch
Der Xiaomi YU7 kommt in drei Varianten: Standard, Pro und Max. Unterschieden werden sie vor allem durch Reichweite und Batteriegrösse.
Mit dem bereits vom SU7 bekannten Augenzwinkern setzt Xiaomi im SUV auf den Elektroantrieb HyperEngine V6s - ja, V6, als wäre es ein Verbrennungsmotor. Technisch sticht dabei vor allem die Drehzahl heraus: maximal 21 000 rpm.
Als Einstiegsversion nutzt der YU7 Standard einen Heckmotor mit 235 kW (320 cv) und sprintet in 5,88 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Kombiniert wird das mit einer LFP-Batterie mit 96,3 kWh; die angegebene Maximalreichweite liegt bei 835 km, allerdings nach CLTC (China Light-Duty Vehicle Test Cycle), der deutlich weniger streng ist als der europäische WLTP.
Beim YU7 Pro kommt zusätzlich ein zweiter Motor an der Vorderachse mit 130 kW (177 cv) dazu. Damit erreicht er eine kombinierte Spitzenleistung von 365 kW (496 cv). Die Reichweite sinkt auf 770 km (CTLC), dafür fällt der Spurt von 0 auf 100 km/h auf 4,27s.
An der Spitze steht der YU7 Max, der ebenfalls mit zwei Motoren fährt: 220 kW (299 cv) vorne und 288 kW (392 cv) hinten. Zusammen ergeben sie 508 kW (691 cv) Systemleistung.
In dieser Ausführung setzt Xiaomi auf eine NMC-Batterie (mit höherer Energiedichte) mit 101,7 kWh Kapazität. Damit nennt die Marke eine maximale Reichweite (ebenfalls nach CLTC) von 760 km.
Auch bei den Fahrleistungen setzt sich der Max ab: Von 0 auf 100 km/h benötigt er nur 3,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 253 km/h. Die anderen Versionen sind bei 240 km/h limitiert.
Dank 800-V-Architektur sind ultrakurze Ladezeiten möglich: In 15 Minuten sollen sich rund 620 km Reichweite nachladen lassen. Von 10% auf 80% dauert es beim Xiaomi-SUV nur 12 Minuten.
An Bildschirmen mangelt es nicht
Im Innenraum dominiert das Xiaomi HyperVision Panoramic Display: ein 1,1 Meter breites Panel, das oben auf dem Armaturenbrett drei Mini-LED-Displays zusammenführt. Ergänzt wird es durch einen zentralen 16,1″-Screen mit 3K-Auflösung sowie einen 6,68″-Bildschirm in der zweiten Sitzreihe zur Bedienung verschiedener Funktionen und des Infotainments.
Das elektrische System des Xiaomi YU7 bietet fünf Fahrmodi, sieben unterschiedliche Lichtstimmungen im Innenraum und den KI-Sprachassistenten XiaoAI. Bei den Assistenzsystemen fällt vor allem das serienmässige LiDAR auf, das bis zu 200 Meter Reichweite haben soll.
An der Mittelkonsole gibt es weniger physische Tasten, dafür gleicht Xiaomi das mit einem Ökosystem aus magnetischen Zubehörteilen aus, in das auch Shortcut-Buttons integriert sind. Diese lassen sich individuell belegen, etwa zum Öffnen des Handschuhfachs oder zum Aktivieren der Rückfahrkamera. Insgesamt stehen im Innenraum neun magnetische Zonen zur Verfügung.
Mit 678 Litern Kofferraumvolumen und einem der grössten frunks in seiner Klasse (141 Liter, mehr als die 116 Liter des Tesla Model Y) bietet der YU7 viel Platz für Gepäck. Werden die Rücksitze umgelegt, steigt das Volumen auf 1718 Liter.
Wann kommt er?
Der Xiaomi YU7 startet bereits nächsten Monat in China. Die Preise beginnen im Heimatmarkt bei 30 mil euros (253 500 Remimbi) – und liegen damit klar unter dem Tesla Model Y, der als wichtigstes Zielmodell gilt.
Bestellungen sind allerdings schon möglich, und innerhalb weniger Minuten wurde die Marke von 300 mil Einheiten bereits überschritten.
Ein Ausbau in internationale Märkte ist nicht ausgeschlossen; 2027 könnte es dazu weitere Neuigkeiten geben. Kommt er am Ende auch nach Portugal?
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