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EU 2035: CEPS/ACEA-Plan für den Übergang zu Elektrofahrzeugen

Silbernes Elektroauto in modernem Showroom mit grossen Fenstern und Batteriesymbol im Hintergrund bei Sonnenuntergang.

EU-Ziel 2035 und der CEPS/ACEA-Bericht

Die Europäische Union (EU) verfolgt einen klaren Kurs: Ab 2035 soll der Neuwagenmarkt vollständig elektrisch sein. Verschiedene Akteure warnen jedoch, dass dieses Vorhaben ohne einen abgestimmten Plan teuer werden könnte – mit dem Risiko, dass Millionen Arbeitsplätze wegfallen, die Wettbewerbsfähigkeit der Autoindustrie leidet und Konsumentinnen und Konsumenten schlechter Zugang zu neuen Autos erhalten.

Genau auf diese drei Punkte zielt ein Bericht des Centre for European Policy Studies (CEPS), der zusammen mit dem Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) erarbeitet wurde.

Unter dem Titel „Übergang zu Elektrofahrzeugen: Herausforderungen und Instrumente, um Europa zu einer CO2-armen Mobilität zu führen“ benennt das Dokument die zentralen Hürden der Elektrifizierung im Automobilsektor und skizziert einen koordinierten Ansatz. Der Plan sei so ausgelegt, dass Europa seine Emissionsziele erreicht, ohne dabei industrielle Stärke einzubüssen.

Welche Hindernisse gibt es?

Laut CEPS fällt vor allem ein Problem ins Gewicht: Elektroautos sind deutlich teurer als Modelle mit Verbrennungsmotor. Der Durchschnittspreis liegt bei 45’000 Euro – mehr als doppelt so viel wie das, was die meisten Käuferinnen und Käufer zu bezahlen bereit sind (20’000 Euro).

Kostenfaktor Batterie und Abhängigkeit von Rohstoffen

Den grössten Anteil am Preis treibt die Batterie, die rund 34% der Gesamtkosten eines Elektroautos ausmacht. In Europa sind Batterien zudem etwa 20% teurer als in China hergestellte. Als Ursache nennt der Bericht die starke Abhängigkeit von importierten kritischen Rohstoffen wie Lithium, Kobalt und Nickel, die zusätzlich geopolitischen Risiken ausgesetzt sind.

Ladenetz, Qualifizierung und Rahmenbedingungen

Erschwerend kommt hinzu, dass die Ladeinfrastruktur – insbesondere ausserhalb der grossen Städte – vielerorts nicht ausreicht. Gleichzeitig sei eine rasche Um- und Weiterbildung der Arbeitskräfte nötig, damit Beschäftigte in der Transformation nicht zurückbleiben, was andernfalls spürbare soziale Folgen hätte.

Zum Schluss verweist CEPS auf den massiven Wettbewerbsdruck aus China: Dort profitieren Hersteller von staatlicher Unterstützung und tieferen Kosten. Zusätzlich belasten hohe Energiepreise und die regulatorische Komplexität der EU die wettbewerbsfähige Fahrzeugproduktion in Europa.

Die Lösungen? Subventionen und Anreize

Um wirtschaftliche und soziale Verwerfungen beim Umstieg auf Elektromobilität zu vermeiden, empfiehlt der CEPS-Bericht konkrete Massnahmen in mehreren zentralen Handlungsfeldern.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Nachfrageseite: Vorgeschlagen werden gezielte Subventionen für Haushalte mit tiefem Einkommen sowie für KMU (kleine und mittlere Unternehmen), harmonisierte steuerliche Anreize und eine wirksamere Nutzung des Klimasozialfonds sowie des neuen Emissionshandelssystems für den Verkehr (ETS2).

Industriepolitisch plädieren die Autorinnen und Autoren dafür, Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) stärker auf strategische Technologien auszurichten – etwa Batterien, Automotive-Software und autonomes Fahren – und dabei Fonds wie Horizon Europe besser mit weiteren regionalen Politiken zu verzahnen.

CEPS weist zudem darauf hin, dass das Hochskalieren neuer Technologien schwierig bleibt. Daher wird eine Stärkung von Instrumenten wie dem Innovation Fund sowie die Einbindung der Europäischen Investitionsbank (BEI) in Risikokapital-Lösungen angeregt. Den EU-Mitgliedstaaten wird empfohlen, staatliche Beihilfen zu vereinfachen und auszuweiten.

Abschliessend unterstreicht der Bericht, dass der Ausbau des Ladenetzes beschleunigt werden muss – unter Nutzung der Alternative Fuels Infrastructure Facility (AFIF) und europäischer Kohäsionsmittel. Damit sollen regionale Ungleichgewichte abgebaut und die Verbreitung von Elektrofahrzeugen in der EU erleichtert werden.

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